Uns ist schon immer sehr daran gelegen, dass bei uns so sicher wie möglich geklettert werden kann. Und wir können uns glücklich schätzen, dass wir in den letzten Jahren keine schweren Unfälle zu verzeichnen haben. Damit dies so bleibt, sollten möglichst viele Aktive hier in der Halle potentielle Gefahren kennen.

Aus diesem Grund findet Ihr hier Informationen, wie und wo solche Gefahren lauern. Bedenkt bitte, dass quasi täglich weitere Kletterer das Licht der Welt erblicken und über Gefahren aufgeklärt werden müssen.

Sicher Klettern: Unfallursachen

Welche Ursachen führen zu Unfällen beim Seilklettern in Kletterhallen? Diese Frage untersucht seit Jahren regelmäßig und sehr kompetent die Sicherheitsforschung des Alpenvereins. Auch in diesem Jahr wurde wieder eine Analyse veröffentlicht. Die Ergebnisse wollen wir Euch nicht vorenthalten - Detailfragen, Vorgehensweise und noch mehr Infos findet Ihr auf der Website des DAV.

1. 78% der erfassten Unfälle passierten beim Vorstieg.

2. 12% (!) der erfassten Unfälle passierten beim Ablassen - einem vermeintlich vollkommen ungefährlichen Vorgang!

3. Bei rund der Hälfte der Bodenstürze war das Sicherungsgerät unfallursächlich (also z.B. nicht ein falsch geknüpfter Knoten). Bei diesen Unfällen waren deutlich weniger Halbautomaten beteiligt als dynamische Geräte (proportional zur Verbreitung). Dieses Ergebnis war ein wesentlicher Grund für die neue Geräte-Empfehlung des DAV.

4. Es gibt Hinweise darauf, dass Ablass-Unfälle evtl. überproportional häufig mit Halbautomaten passieren. Eine fundierte Schulung zu den Geräten ist also absolut notwendig!

Bei unseren Sicherungskursen für Einsteiger kommen nur noch Halbautomaten zum Einsatz. Wenn Ihr von einem dynamischen Sicherungsgerät (Tuber, HMS), Achter) umsteigen und eine Einführung ins neue Gerät haben möchtet, dann sprecht uns an. Gerne weisen wir Euch im Rahmen einer Individualstunde fundiert in die Nutzung ein.

Sicher Klettern: Das GriGri im Vorstieg

Im Zuge der neuen Empfehlung des DAV für Sicherungsgeräte (Autotuber im Sportkletterbereich) erlauben wir ab sofort auch die Nutzung des GriGri von Petzl im Vorstieg.

Bisher konnte das GriGri bei uns in der Halle nur beim Toprope-Klettern eingesetzt werden. Im Vorstieg durfte man es nicht nutzen, da es sehr häufig zu Fehlanwendungen kam und es dadurch - in anderen Hallen - schwere Unfällen gab. Durch die große Zahl von Fehlanwendungen war uns eine Kontrolle nicht möglich.

Wir hoffen, dass die Klettergemeinde durch die neue Empfehlung nun ausreichend sensibilisiert wurde für das Thema: Ein zuverlässiger Einsatz eines Sicherungsgerätes ist nur nach fachkundiger Einweisung möglich - egal ob manuell oder halbautomatisch!

Insbesondere das GriGri hat bisher anscheinend vielen Kletterern eine Art "absolute" Sicherheit vorgegaukelt, die es nicht gibt. Es ist nicht sicherer, als andere Halbautomaten auch und beim Vorstieg ist unbedingt nach der sogenannten Gaswerk-Methode zu sichern.
Diese Sicherungsmethode ist nicht unbedingt jedermanns Sache und gerade mit den dicken Hallenseilen manchmal anstrengend. Für den Halleneinsatz empfehlen wir deshalb das Mammut Smart, da es unserer Erfahrung nach momentan die beste Kombination aus Handling, Sicherheit und Preis bietet.

Wir bitten um Eure Mithilfe:
Wenn Ihr seht, dass jemand nicht fachgerecht sichert, sprecht ihn bitte an oder gebt unserem Personal Bescheid. Dies gilt auch für das GriGri!

Sicher Klettern: NEUE Sicherungsgeräte-Empfehlung des DAV

Seit mehr als zwei Jahren diskutieren Experten über die Sicherheit von Sicherungsgeräten. Nun hat der Deutsche Alpenverein Nägel mit Köpfen gemacht und eine neue, offizielle Empfehlung herausgegeben:

Für das Sportklettern in der Halle und in Klettergärten werden "halbautomatische" Sicherungsgeräte empfohlen.

Sie bieten dort einen Sicherheitsvorteil gegenüber "dynamischen" Sicherungsgeräten. Unter "halbautomatischen" Sicherungsgeräten versteht man alle Geräte mit Blockierunterstützung. Dazu gehören als Untergruppe die Autotuber wie Mammut Smart, Edelrid MegaJul, ct ClickUp und Salewas Ergo Belay, sowie andere Halbautomaten wie Petzl GriGri oder Camp Matik. Diese Empfehlung gilt für alle Kletterer unabhängig von der Erfahrung. "Dynamische" Sicherungeräte (Tuber, HMS) haben nur in besonderen Situationen wie z.B. "Sicherer deutlich schwerer als Kletterer" ihre Vorteile.

Wir unterstützen diese Empfehlung und bilden in unseren Einsteigerkursen bereits seit Anfang des Jahres nur noch mit Autotubern aus.
Zwei Hinweise sind uns wichtig:

  • Das schwächste Glied in der Sicherungskette ist und bleibt die oder der Sichernde. Die Unfallanalyse zeigt: Ursache Nummer eins ist menschliches Fehlverhalten und nicht das Sicherungsgerät. Deswegen ist eine fundierte Ausbildung unbedingt notwendig.
  • Es handelt sich um eine Empfehlung und nicht um ein Verbot oder ähnliches. Natürlich ist es weiterhin erlaubt, dynamische Sicherungsgeräte zu nutzen, wenn man dies gelernt hat und korrekt anwendet.


Der DAV wird in den kommenden Wochen entsprechende Veröffentlichungen heraus bringen (u.a. in der Panorama im September) und wir empfehlen allen, die mehr Details wissen wollen, sich diese durchzulesen.

Sicher Klettern: "Vergessene" Gefahren beim Hallenklettern

Loser Tritt

Heute wollen wir Euch auf zwei Gefahren beim Klettern in der Halle hinweisen, die vielen Kletterern gar nicht bewusst sind bzw. an die häufig nicht gedacht wird:

Lose und brechende Griffe
Vielleicht seid Ihr ja auch schon mal auf einen losen Griff beim Klettern gestoßen. Das kommt immer wieder mal vor. Sei es, dass er unter starker Trittbelastung losgetreten wurde, die Holzwand gearbeitet oder der Routensetzer schlicht gepennt hat. In der Regel merkt man es rechtzeitig und es passiert nicht viel. Wenn man aber im Vorstieg an seiner Leistungsgrenze klettert, gerade die zweite Exe clippt und dann dreht sich der Tritt auf dem man steht... das ist nicht schön!

Was könnt Ihr tun?

  • Aufmerksam Sichern! Seid Euch bewusst, dass so etwas passieren kann. In so einem Moment macht i.d.R. auch der 9er-Kletterer in einer 5er-Route nichts anderes mehr als zu fliegen. Sichert auch aufmerksam in den "leichten" Routen, die vom Kletterer "im Schlaf" beherrscht werden.
  • Sagt uns bitte sofort Bescheid, wenn Ihr lose Griffe findet. Wir werden schnellstmöglich nacharbeiten.

Griffe können auch brechen. Damit sind wir bei der zweiten "vergessenen" Gefahr:

Herabfallende Gegenstände
Moderne Griffe haben einen "Bruchschutz" der eigentlich Fallschutz heißen müsste. Er soll bewirken, dass ein brechender Griff nicht gleich runterfällt. Das funktioniert i.d.R. auch ganz gut. Trotzdem kann es sein, dass Teile eines brechenden Griffs runterfallen.

Kletterer hantieren bekanntlich auch in der Höhe immer mal mit Material rum (z.B. Exen beim Vorstieg). Auch da macht sich so manches selbständig und unbeabsichtigt gen Boden.

Und schließlich setzen wir regelmäßig neue Routen für Euch. Dabei ist richtig viel Material (Schrauben, Griffe, Werkzeug) recht lose irgendwo in der Wand unterwegs. Deswegen schrauben wir nur, wenn es nicht so voll ist und versuchen den Gefahrenbereich möglichst gut abzusperren. Leider ist dies nicht immer zu 100% möglich. Und dann gibt es immer noch die Leute, die sich über die "ganzen Sachen" (=die Absperrung!) in der Halle wundern und gedankenlos einfach über alles drüber steigen...

Was könnt Ihr tun?

  • Versucht Euch möglichst nicht unterhalb von Kletterern und Routensetzern aufzuhalten!
  • Achtet darauf, dass Euch selbst nichts runterfällt und Euer Material gesichert ist.

Sicher Klettern: Neue Sicherungsgeräte bieten mehr Sicherheit

Edelrid MegaJul
Mammut Smart

In den letzten zwei Jahren gab es in Fachkreisen zum Thema Sicherheit beim Klettern intensive Diskussionen über Sicherungsgeräte. Aus den zum Teil sehr theoretischen Diskussionen hat sich nun eine Empfehlung zur Verwendung verschiedener Sicherungsgeräte herauskristallisiert. Diese wollen wir Euch nicht vorenthalten:

Grundsätzlich wird der Einsatz von bremskraftverstärkenden Sicherungsgeräten in allen Einsatzbereichen empfohlen. Dazu gehören insbesondere das Smart von Mammut, das MegaJul von Edelrid, das Click Up von CT und das GriGri von Petzl. Konstruktionsbedingt ist bei diesen Geräten nur sehr geringe Haltekraft nötig, um einen Sturz zu halten. Dies gilt - wohlgemerkt - nur bei korrekter Handhabung des Gerätes. Allerdings sind die Geräte auch etwas fehlertoleranter als der Tuber, der zurzeit noch von rund zweidritteln aller Kletterer genutzt wird.

Alle anderen Sicherungsgeräte und -methoden (Standard-Tuber, HMS, Achter usw.) sind damit nicht verboten oder ähnliches. Sie dürfen natürlich weiterhin eingesetzt werden, wenn man damit umgehen kann. Speziell zum Tuber gilt die Einsatzempfehlung, dass der Tuber kein Anfängergerät ist und erfahrenen Sicherern vorbehalten sein sollte. Alle Aussagen gelten sowohl für das Klettern im Toprope als auch im Vorstieg.

Konkrete Änderungen im Canyon:

  • Ab sofort lehren wir in Einsteigerkursen aller Art nur noch das Sichern mit dem Smart.
  • Auch im Verleih haben wir künftig das Smart. Wer jedoch mit einem Tuber gelernt hat, kann diesen auch noch bekommen.

  • Wir empfehlen allen, die auf das Smart umsteigen möchten, einen Sicherungskurs mit uns zu vereinbaren - insbesondere wenn Ihr das Gerät auch zum Vorstieg nutzen wollt. Aufwand und Kosten richten sich nach Euren Vorkenntnissen und wir sprechen dies individuell mit Euch ab.
  • Ganz besonders ans Herz legen wir die neuen Geräte all denen, deren Kletterpartner deutlich schwerer ist (>20%). Neben der tatsächlich höheren Sicherheit zeigt unsere Erfahrung, dass sich sowohl Kletterer als auch Sicherer mit diesen Geräten nach Einarbeitung besser fühlen.
  • Das Grigri bleibt bei uns in der Halle weiterhin im Vorstieg verboten. Dies hat organisatorische Gründe.

Sowohl Smart als auch MegaJul könnt Ihr natürlich auch in unserem Klettershöppchen bekommen - VK je 29,90€. Das Smart ist auch im Einsteigerset enthalten.

Sicher Klettern: Ton, Schweiß, Scherben

Auch das "Drumherum" ist beim Klettern wichtig: Freie Flächen, ruhige Atmosphäre und Sauberkeit dienen nicht nur dem Wohlbefinden, sondern auch der Sicherheit.

  • Ton aus
    Lärmbelastung ist ein wesentlicher Stressfaktor und somit Gefahrenquelle. Als Sicherer wird man mit der Zeit zunehmend unkonzentriert. Deshalb sollten alle Anwesenden sich darum bemühen, nicht unnötig viel oder lang zum Lärmpegel beizutragen. Insbesondere andauerndes Rumbrüllen zwischen Sicherndem und Kletterer kann nervtötend sein und bringt meist nix!
  • Schweiß
    Hygiene dient auch der Sicherheit: Vor allem vor Bakterien. Deshalb ist Klettern barfuß oder in Socken bei uns verboten.
  • Scherben
    Auf dem Boden darf man aber barfuß laufen. Und deshalb ist auch hier auf Sicherheit und Hygiene zu achten. Deshalb bitte keine Glasflaschen und auch kein Essen mit in den Kletterbereich nehmen. Ihr dürft Euch gerne bei uns ins Bistro setzen. Zum Sichern solltet Ihr wegen der Anprallgefahr an die Wand unbedingt Schuhe tragen.
  • Sonstiges
    Auch der Sicherer bewegt sich. Damit er dabei nicht ins Stolpern kommt ist dringend darauf zu achten, dass dieser Bewegungsraum frei ist. Stellt also bitte Eure Sachen (Taschen, Klettermaterial, Chalkbags u.a.) an die Seite oder in die Stellfächer.

Sicher Klettern: Klettern mit Kindern

Für Kinder ist Klettern was ganz besonderes. Wer kann sich nicht an seine eigene Kindheit erinnern, in der man überall rauf krabbeln wollte, was sich anbot? Auch für die persönliche Entwicklung kann sich Klettern sehr positiv auswirken. Zum Beispiel können Kinder ihr Selbstwertgefühl stärken oder auch die Übernahme von Verantwortung lernen. Auch gehört dazu, sich an wichtige Regeln zu halten, die die Sicherheit betreffen.

Bei Kindergruppen sind in der Regel unsere Trainer dafür zuständig, dass sich die Kinder zwar austoben dürfen, aber auch die Sicherheitsregeln einhalten. Bei privaten Gruppen sind dafür die Erzeihungsberechtigten zuständig. Folgende Punkte sind besonders zu beachten:

  • Kein Aufenthalt im Sturzbereich anderer Kletterer!
    Es ist hilfreich, von Anfang an klare Regeln aufzustellen, wo sich die Kinder aufhalten dürfen, wenn sie selbst nicht klettern.
  • Kein Fangen spielen!
    Unsere Räumlichkeiten laden zwar dazu ein, aber die Gefahren sind zu groß. Zum Einen werden andere Sicherer gestört bzw. abgelenkt, zum Anderen gibt es zuviele Stolperfallen für die Kinder.
  • Der Boulderbereich ist kein Kinderspielplatz!
    Die potentiellen Gefahren im Boulderbereich werden leider immer wieder unterschätzt, weil die schöne dicke Matte drunter liegt. Die Matte ist dazu da, dass man runterfallen kann, ohne sich zu verletzen. Das funktioniert aber nur, wenn man auf die Matte und nicht auf ein spielendes Kind fällt!
    Gerne dürfen die Kinder auch den Boulderbereich zum Klettern nutzen, wenn sie sich an die Regeln halten: Nicht übereinander klettern, nicht im Sturzbereich anderer aufhalten, nicht oben aussteigen!
  • Lärmpegel niedrig halten!
    Kinder machen Krach und das soll auch so sein. Aber ab und zu wird es auch zu viel. Andauernde und/oder zu hohe Lärmbelastung lenkt ab und führt zu Unkonzentriertheit bei allen Hallenbesuchern. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem Erziehungsberechtigte für etwas mehr Ruhe sorgen müssen.

Sicher Klettern: Standort des Sicherers

Um einen Sturz zuverlässig halten zu können, ist auch der Standort des Sicherers wichtig. Bei einem weiten Sturz und/oder wenn der Sicherer leichter ist, wird er evtl. nach oben und Richtung Wand gezogen. Dadurch besteht die Gefahr, die Kontrolle über das Sicherungsgerät zu verlieren.

Die Position des Sicherers ist beim Topropen und beim Vorsteigen unterschiedlich:

Toprope positioniert sich der Sicherer in einem Umkreis von etwa 2m rund um den Umlenker, da er bei einem Sturz zunächst Richtung Umlenker gezogen wird. Bei überhängenden Routen steht er also relativ weit von der Wand weg, bei senkrechten Routen nah an der Wand.
Bei senkrechten Routen ist zudem darauf zu achten, dass man nicht direkt unter dem Kletterer steht. Sonst besteht die Gefahr, dass der Kletterer ihn trifft, wenn er am Beginn der Route fällt.

Im Vorstieg steht der Sicherer in einem Halbkreis von ca. 1,5m rund um die erste Zwischensicherung. Bei einem Sturz wird er in Richtung erster Zwischensicherung gezogen wird. Häufig ist es sinnvoll, sich nah an die Wand, aber außerhalb des Surzraumes zu positionieren. Dann wird man im Falle eines Falles hochgezogen und pendelt parallel zur Wand anstatt direkt gegen die Wand zu prallen.
Auch beim Vorstieg wichtig: Steh nicht im Sturzraum des Kletteres. Es ist für beide gesünder...

Sicher Klettern: Partnercheck

Partnercheck in Bildern

"Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten." (Konfuzius)

Eine Untersuchung schwerer Unfälle des DAV zeigt: Wird der Partnercheck konsequent und gewissenhaft vor dem Losklettern durchgeführt, sinkt das Risiko eines Unfalls deutlich.
Das gilt natürlich für Kletter-Novizen, aber insbesondere auch für die "Alten Hasen". Die größte Gefahr besteht nämlich, wenn alles zur Routine geworden ist und niemand mehr genau drauf schaut. Deshalb: Parntercheck! Bei jeder neuen Route!

1. Gurtverschlüsse kontrollieren
2. Anseilpunkt und Anseilknoten checken
3. Karabiner und Sicherungsgerät prüfen
4. Seilende absichern

Sicher Klettern: Wie lerne ich das?

Welche Maßnahme wirkt am besten, um Unfälle zu vermeiden? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Sicherheitsforschung schon von Anbeginn. Und als eine wichtige Maßnahme stellt sich regelmäßig heraus: die Ausbildung!

So ist es auch, wenn man Sichern lernt: Die DAV-Sicherheitsforschung hat z.B. herausgefunden, dass Sicherer mit fundierter Ausbildung (= guter Kletterkurs) signifikant weniger geräteabhängige Fehler machen, als privat eingewiesene Sicherer (s. DAV-Kletterhallen-Studie 2012). Das bedeutet: Wer z.B. bei uns das Sichern mit Tuber gelernt hat, macht im statistischen Mittel weniger Fehler als jemand, der es von einem (nicht fundiert ausgebildeten) Freund erlernt hat.

Für den Canyon haben wir daraus folgende Schlüsse gezogen:

  • Die Sicherheitseinweisung, in der Ihr das Toprope-Sichern lernt, ist sehr günstig (kaum mehr als der Eintritt plus Leihmaterial). Niemand soll durch den Preis davon abgehalten werden, einmal fundiert die Grundlagen zu lernen. Scheut Euch also nicht wegen ein paar Euro, den Kurs einfach nochmal zu machen, weil Ihr z.B. seit Jahren nicht mehr Klettern wart.
  • Private Sicherheitseinweisungen sind nicht gestattet! Wer bei uns das Sichern beibringt, ist entweder ein ausgebildeter Trainer von uns oder bei uns als fachkundiger Trainer akkreditiert.
  • Wer den Vorstieg erlernen möchte, sollte erst recht einen Kurs belegen (ebenfalls bezahlbar, Eure Gesundheit sollte es Euch wert sein). Der insgesamt sechsstündige Kurs ist vollgepackt mit Informationen und Übungen, so dass Ihr anschließend gut gerüstet mit dem Vorstieg loslegen könnt.

Scheut Euch also nicht, Kletterkurse zu belegen. Lernen macht Spaß und kann Leben verlängern.

Sicher Klettern: Wo hängt denn das Seil?

Achtung Gefahr: Nur eine Zwischensicherung als Umlenker, Nur ein Karabiner als Umlenker

In unseren Breitengraden ist das Toprope-Klettern beliebt - auch im Canyon. Nicht zuletzt natürlich, weil es in der Regel sicherer ist. Das Seil hängt ja schon in  massiven, gegenläufigen Stahlkarabinern am Ende der Route...

Ach ja, hängt es da wirklich?

In steileren Routen hängen ja in der Regel Zwischensicherungen für den Vorstieg. Und leider passiert es immer mal wieder, dass jemand vorsteigt, nicht hoch kommt und dann einfach das Seil hängen lässt. Wenn man dann an diesem Seil toprope klettert und dabei gemütlich die Zwischensicherungen ausclippt, steht man nach der letzten plötzlich in der freien Luft!

Deshalb gilt:

1. Wenn man Toprope klettert, sollte man vorher immer einen Blick nach oben werfen und sich vergewissern, dass das Seil durch den Umlenker und nicht nur durch irgendeine Zwischensicherung läuft.

2. Wer vorsteigt und nicht hochkommt, zieht sofort das Seil vollständig ab! Es findet sich schon jemand, der es wieder einhängt.

3. Für Vorsteiger sollte es selbstverständlich sein, dass das Seil in beide (!) Umlenk-Karabiner geclippt wird. Auch wenn es etwas umständlicher ist: Es erhöht die Sicherheit beim Toprope-Klettern. Außerdem ist das Handling besser, da das Seil sonst zwischen den Karabiner klemmt.

Sicher Klettern: Nie Seil auf Seil!

Schmelzverbrennung durch Reibung von Seil auf Seil

Wenn ein Seil auf einem anderen reibt, ist das nicht gut. Das leuchtet den meisten auf Anhieb ein. Wie gefährlich es tatsächlich werden kann, ist aber wahrscheinlich nicht jedem bewusst: Reibt ein belastetes Seil über ein anderes, so kommt es beim unteren Seil sehr schnell zu einer Schmelzverbrennung, die das Seil zerstören kann!

Dazu kommt es zum Beispiel, wenn zwei Seile in einem Umlenker hängen und beim Ablassen das eine über das andere läuft. Der Abgelassene merkt nichts, er hängt ja am unbeschädigten Seil. Aber der nächste, der das andere Seil benutzen möchte, läuft Gefahr an einem Seil zu hängen, welches nicht mal mehr sein Körpergewicht trägt...

Jetzt könnte man meinen, diese Gefahr gäbe es in der Halle nicht, da dort ja immer nur ein Seil im Umlenker hängt. Aber auch hier lauert die Gefahr. Und zwar insbesondere wenn nicht das Hallenseil, sondern das eigene Seil benutzt wird. In Unkenntnis der Gefahr hängt dann schnell das eigene Seil auf dem anderen, weil man zu faul war, das Hallenseil abzuziehen (bzw. später wieder einzuhängen).

Deshalb dürfen bei uns eigene Seile nur nach Unterschrift der Nutzungsbedingungen "Eigenes Seil" benutzt werden! In diesen Nutzungsbedingungen wird nochmal deutlich auf die Gefahren hingewiesen.

Das dicke Ende kommt zuletzt

Ins Seilende gehört ein Knoten! Dies ist zurecht Lehrmeinung, da ein Knoten im Seilende verhindert, dass der Kletterer abstürzt, wenn das Seil zu kurz bzw. die Route zu lang war. Aber mal ehrlich: Wer macht das schon in der Halle? Da ist das Seil doch immer lang genug, oder?

Nein, ist es nicht! Auch wenn uns noch kein solcher Fall bekannt geworden ist: Irgendwann kommt jemand auf die Idee, ein Seil bei uns aus der kleinen Halle zum Vorstieg in der großen Halle zu nutzen. Und dann ist das Seil zu kurz!

Wir haben deshalb bei allen kürzeren Seilen im Canyon das Seilende so verdickt, dass es nicht mehr durch die gängigen Sicherungsgeräte passt. Zusätzlich sind die kurzen Seile dadurch gut erkennbar.
Die Seile können weiterhin zum Vorstieg abgezogen werden. Das Einbinden ist zwar etwas fummeliger, aber das ist uns der zusätzliche Sicherheitsgewinn wert. Wir hoffen, Euch auch!